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Gesund Leben


Überträgt Geld Krankheiten?


Herr Meier bezahlt seine Brötchen mit einem 10-Euro-Schein. Die Bäckerin gibt den Zehner an Frau Huber. Diese kauft mit dem Geld einen Strauß Blumen. Der Pflanzenhändler trägt den Schein zur Imbissbude.

 

Geld wechselt ständig seinen Besitzer. Man kann nie wissen, wo die Scheine und Münzen schon überall waren, die man gerade in der Hand hält. Sicher ist, dass auf Geld immer Krankheitserreger sitzen. Egal ob Schein oder Münze. Aber: Kann man durch das Berühren von Geld auch krank werden?


GELD STINKT NICHT – ABER ES STECKT VOLLER KEIME

"Trotz der Keime geht von Geld für gewöhnlich keine Gefahr für den gesunden Menschen aus", erklärt Dr. Frank Mosel, Leiter der Hygienelabors im Institut für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Essen. Die Münzen und Scheine sind mit ähnlichen Keimen besiedelt wie jeder Wasserhahn, Türgriff oder die Haltestange in der Bahn – also wie unsere normale Umgebung.

 

Mit der Anzahl und Art der Keime auf den Zahlungsmitteln kommt ein intaktes Immunsystem zurecht. "Trotzdem würde ich dringend davon abraten, Geld abzulecken", so der Hygiene-Experte. Menschen, die ein sehr schwaches Immunsystem haben, sollten ohnehin versuchen, mit möglichst wenig Krankheitserregern in Berührung zu geraten. Das gilt zum Beispiel für HIV-Patienten, Leukämiekranke oder Menschen, die nach einer Organtransplantation Immunsuppressiva bekommen (Medikamente, welche die körpereigene Abwehr dämpfen).


WELCHE ERREGER SITZEN AUF DEN SCHEINEN? 

Mosel und sein Team haben Geldscheine aus unterschiedlichen Quellen auf ihre Verkeimung hin untersucht: Geld vom Obsthändler, Metzger, Blumenhändler und auch aus einem Geldautomaten. Die Wissenschaftler haben auf allen Scheinen ähnliche Keime entdeckt, unter anderem Staphylococcus epidermidis und Micrococcus luteus. Der Hautkontakt mit beiden Bakterienarten ist normalerweise ungefährlich für gesunde Menschen. Aber auch Fäkalkeime und andere Krankheitserreger können unser Geld besiedeln.

 

Bei den untersuchten Scheinen haben die Wissenschaftler außerdem eine interessante Entdeckung gemacht: "Auf den Scheinen vom Gemüsehändler haben wir unter anderem Bakterien gefunden, die in der Pflanzenzucht als Schneckengift eingesetzt werden", erzählt Mosel. Beim Geld aus der Metzgerei fanden sich hingegen Keime, die bei Rindern eine Euterentzündung verursachen können. "Zum Glück sind beide Erreger für den gesunden Menschen ungefährlich", sagt der Hygieneexperte. Aber die Vorstellung ist unangenehm, dass Geld und Lebensmittel mit den gleichen Keimen besiedelt sind. Übrigens: Je weniger ein Schein wert ist, desto höher ist im Schnitt die Verkeimung. Das liegt daran, dass kleine Scheine besonders oft den Besitzer wechseln.

 

Kommen wir zum Automatengeld: Das war im Test mit weniger Keinem belastet. Leider bringt das keinen Vorteil, da stattdessen die Tastatur des Geräts mit den typischen Viren und Bakterien besetzt ist. Und ohne Tippen kommt man nun mal nicht an die Scheine heran. Auch das bargeldlose Zahlen bietet keine keimfreie Lösung. Auch hier ist die Tastatur der Kartenlesegeräte das Problem. "Wir entkommen den Keimen nicht", sagt Mosel. Spätestens, wenn wir den Bon entgegennehmen, haben wieder ein paar Keime den Wirt gewechselt.


HYGIENE: LEBENSMITTEL UND GELD 

Ganz einfach: Die Verkäuferin oder Verkäufer berührt erst die Lebensmittel und dann das Geld. Das ist sehr unhygienisch. Besonders, wenn die Verkeimung andersherum abläuft: Wenn die Keime vom Geld auf Lebensmittel wandern. Denn Lebensmittel stecken wir uns sehr wohl in den Mund.

 

Es ist zwingend notwendig, dass Menschen, die mit unverpackten Lebensmitteln hantieren, nicht gleichzeitig Geld anfassen. Es reicht nicht einmal, wenn sich Mitarbeiter bei Metzger, Bäcker & Co. zwischendurch die Hände waschen. Eine Desinfektion wäre notwenig, ist in der Realität aber oft nicht umsetzbar. Eine gute Alternative: "Bevor die Fleischerin das Hühnerbein abwiegt, muss sie sich Einmalhandschuhe anziehen. Und vor dem Kassieren muss sie diese ausziehen", schlägt Mosel vor.


WAS TUN, WENN EIN VERKÄUFER LEBENSMITTEL UND GELD BERÜHRT?

Das Tragen von Handschuhen wird allerdings sinnlos, wenn man damit Geld und Lebensmittel berührt. Am besten ist es, wenn in Lebensmittelläden ein Mitarbeiter für die Kasse zuständig ist und ein anderer für die Nahrungsmittel. "Wenn man beobachtet, dass die Angestellten in einem Geschäft Geld und Wurst nacheinander anfassen, sollte man sie darauf hinweisen", rät der Experte. Schließlich gibt es Verordnungen für den Umgang mit leicht verderblichen Lebensmitteln, an die sich die Verkäufer halten müssen. So trägt jeder dazu bei, dass unsere Lebensmittel hygienisch bleiben.


Quelle: Sophie Schöninger / Apotheken Umschau | www.apotheken-umschau.de | Foto: © aristotoo - istockphoto.com