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Gesund Leben


Zecken: So schützen Sie sich richtig


Zecken können Krankheiten wie FSME und Borreliose übertragen. Damit die Tiere gar nicht erst zum Zug kommen, sollten Sie ein paar Regeln beachten. Wie Sie sich schützen.

Um sich am Besten vor den kleinen Blutsaugern und einer möglichen Infektion zu schützen, muss man natürlich wissen, wie Zecken ihre Beute finden. „Der beste Schutz ist ja, nicht gestochen zu werden“, sagt Dr. Matthias Berndt, Allgemeinarzt aus Hannover. Zecken sind nicht nur im Sommer und Frühjahr unterwegs.


Sie sind schon ab wenigen Grad über Null aktiv. Auch bei einem Herbstspaziergang durch gefallenes Laub ist also ein Zeckenstich möglich. Nur wer sich in Höhen über 1500 Meter aufhält, hat Glück: Dort sind Zecken praktisch nicht anzutreffen. Anders als man im Volksmund sagt, fallen Zecken nicht von Bäumen auf ahnungslose Spaziergänger herab. Das wäre für die Tierchen viel zu gefährlich. Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), wie die Zecke im Fachjargon genannt wird, fühlt sich vor allem auf Grashalmen oder im Laub wohl und klammert sich an vorbeigehenden Spaziergängern oder Tieren fest.

Zecken finden sich in Parks, aber auch im Garten daheim. Wo Gras ist, sind fast immer auch die Parasiten anzutreffen. Auf asphaltierten Wegen zu bleiben und nicht im Gras zu liegen, schützt einen schon automatisch.


Lange Hosen, festes Schuhwerk

Aber nicht jeder Spaziergänger will im Frühsommer immer auf breiten Wegen bleiben. Den Wiesenspaziergang meiden muss man nicht zwingend. „Man sollte sich entsprechend kleiden“, rät Dr. Rolf Kübler, Allgemeinarzt aus Stuttgart. „Also lange Hosen und geschlossene Schuhe.“ Mit Sandalen oder gar barfuß zu gehen bietet den kleinen Krabblern eine viel zugute Angriffsfläche, daher ist vernünftiges Schuhwerk wichtig.

Das gilt vor allem im Wald, am Waldrand oder auf Wiesen mit hohem Gras. Es ist auf jeden Fall sicherer, Unterholz zu meiden, wo sich Zecken besonders gern aufhalten. Wenn die sommerlichen Temperaturen nicht zu hoch sind: Ziehen Sie Ihre Socken über die Hosenbeine. So gelangen die Zecken nicht so leicht unter die Kleidung.

Denn streifen Sie mit Ihrer Hose an einem Grashalm entlang, auf dem eine Zecke sitzt, klammert sie sich an der Kleidung fest und krabbelt dann so lange herum, bis sie eine zum Zustechen geeignete Stelle gefunden hat, etwa die Kniekehle oder die Achselhöhle. Die Minivampire mögen auch andere weiche und gut durchblutete Körperregionen.


Helle Kleidung tragen

Um die Zecke zu entdecken, bevor sie zusticht, ist helle Kleidung sinnvoll. Das ist im Sommer ohnehin meist angenehmer – und man erkennt die Tiere auf Hose oder T-Shirt schneller. So kann man sie beseitigen, bevor sie stechen. Auch besonders glatte Kleidung verhindert oft einen Zeckenstich. An ihr rutschen die Parasiten einfach ab und landen unverrichteter Dinge wieder im Gras.


Antizeckensprays zur Unterstützung

Im Handel sind Cremes und Sprays erhältlich, die Schutz vor Zecken versprechen. Doch kann die Wirkdauer individuell unterschiedlich sein: Bei einigen Testpersonen schützten sie stundenlang, das gleiche Mittel auf einem anderen Probanden wirkte jedoch wesentlich kürzer.

Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker beraten, welches Mittel für Sie am besten wirksam und verträglich ist. „Man sollte die Mittel auf freie Hautpartien auftragen“, rät Apothekerin Olivia Schauer aus München. Ein bis drei Stunden schützen die meisten Mittel vor den kleinen Biestern. Eines aber gilt auf jeden Fall: Nur zusammen mit fester Kleidung und richtigem Verhalten bieten Cremes, Sprays und Co. eine gute Abwehr. Antizeckenmittel sind das i-Tüpfelchen für den Zeckenschutz“, sagt Berndt.


Schnelles Absuchen

Unmittelbar nach dem Spaziergang oder Ausflug sollte man sich sehr gründlich absuchen. Am besten suchen sich Partner gegenseitig ab, um keine Stelle zu übersehen, wie etwa den Hinterkopf, Hautfalten oder Fußsohlen. „Kleine Kinder kommen übrigens sehr selten mit Zeckenstichen zu uns“, erzählt Kübler.

Die Eltern untersuchen sie so gut, dass ihnen selten ein Zeck entgeht. „Erwachsene schludern manchmal beim Absuchen, aber man muss da sehr genau sein“, warnt Berndt. Katzen und Hunde übertragen die kleinen Tiere häufig, auch sie müssen nach jedem Spaziergang gründlich nach Zecken untersucht werden.


Impfen kann vor FSME schützen

Um auch im Falle eines Stichs gewappnet zu sein: Menschen, die in Risikogebieten für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wohnen, können sich gegen das Virus impfen lassen. „Die FSME-Impfung ist bewährt und gut verträglich“, sagt Allgemeinarzt Berndt. Er empfiehlt, sich vom Hausarzt beraten zu lassen, ob eine Impfung im eigenen Landkreis sinnvoll ist.

Gegen die Infektionskrankheit Borreliose, die auch durch Zecken übertragen wird, gibt es keine Impfung. Ein typisches Zeichen für eine Infektion ist eine Rötung an der Stichstelle, die sich langsam ausbreitet: die Wanderröte. Sie kann aber auch fehlen.

Wer also im Frühling und Sommer die Natur in Ruhe genießen will, kommt um einen vernünftigen Zeckenschutz nicht herum.


Quelle: Bettina Dobe / Apotheken Umschau | www.apotheken-umschau.de